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Auch das noch: Die Superlehrer

Montag, 15. Juni 2009 17:13

Bei Miriam vom Pisastudio habe ich zuerst davon gelesen. Der Bildungssender Sat 1 setzt an zu einer Staffel “Die Superlehrer”. Was sich absurd anhört ist es auch. Schülerinnen und Schüler, die massive Schulprobleme haben werden von zusammengecasteten Lehrern unterrichtet und sollen am Ende der Sendung glücklich mit einem Hauptschulabschluss dastehen. Abgesehen davon, dass das Ganze mit Schulalltag nichts mehr zu tun hat – sind dies doch Probleme denen Schule allein nicht gerecht werden kann1 – kommt hinzu, dass hier zum wiederholten Male Menschen vor die Kamera gezerrt werden und mit ihren tiefsten Problemen vorgeführt werden. Passend dazu finde ich das folgende Zitat aus dem entsprechenden Artikel in der taz (über diese und die ebenso fragwürdige Sendung Jugendcoach Oliver Lück):

Man kann den Menschen mit den traurigen Geschichten nur raten, sich schleunigst vor dem nächsten Kamerateam in Sicherheit zu bringen.

Die Idee zur Sendung kommt aus Schweden, wie der gblog berichtete2. Interessant finde ich, dass sowohl im gblog als auch im Blog “Die Anstalt” darüber gemutmaßt wurde, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein solches Format in Deutschland gesendet wird. Diese Prophezeiung hat sich also erfüllt.

Eine amüsante Seite gewinnt Frau Freitag in ihrem sehr lesenswerten Blog der ganzen Geschichte ab:

Danke liebes SAT1, dass du so eine tolle Sendung machst. Von der Supernanny und den Teenagern außer Rand und Band habe ich ja schon viel gelernt, aber jetzt kommt endlich ein Format, dass wahrscheinlich zur Abschaffung des Referendariats führen wird.

Die Superlehrer – das klingt wirklich viel versprechend und auf den Party heißt es dann nur noch: „Lehrer, oh super, das will ich auch werden…wo kann man sich da bewerben?“

Der Vollständigkeit halber hier der Link zur Sendung und hier der Link zum Trailer.

  1.   Schaut man sich  die beteiligten “Lehrer” genauer an, kann man feststellen, dass unter den 5 Personen auch nur 2 ausgebildete Lehrer sind
  2. Weitere Informationen zum dortigen Projekt in der Süddeutschen

Thema: Schule | Kommentare (5) | Autor:

Nutzung von Computern im Unterricht

Donnerstag, 26. Juni 2008 8:08

Ich hatte in den letzten Tagen ja bereits etwas zu Medienkompetenz geschrieben. Nun hab ich das interessante Blog der Initiative D21, die sich mit der Mediennnutzung im Unterricht und speziell auch der Nutzung von Web2.0 Anwendungen im Unterricht beschäftigt, gefunden. Neben vielen interessanten Informationen, unter anderem einem “Leitfaden für die Einbindung von sozialen Netzwerken in den Unterricht” (pdf), bekam ich von dieser Seite einen interessanten Denkanstoss. Dort heißt es in Bezug auf einen Artikel (Gibt es eine “Net Generation”?)  von Rolf Schulmeister:

Wir können demnach nicht mehr davon ausgehen, bei Jugendlichen einen Begeisterungssturm zu ernten, sobald wir eine Technik in den Klassenraum bringen, die sie alltäglich und allgegenwärtig begleitet. Etwas Normales als etwas Besonderes zu verkaufen, läuft vielmehr Gefahr, belächelt zu werden oder antiquiert zu wirken. Es kann nicht mehr darum gehen, Techniken zu erklären oder Medien einzuführen, sondern inzwischen muss der Fokus auf der Sensibilisierung und im Training hinsichtlich des Umgangs mit diesen neuen Medien liegen.

Besonders der letzte Hinweis ist meines Erachtens äußerst bedenkenswert. Aber die Auseinandersetzung mit der Sensibilisierung erfordert eben diese Aufmerksamkeit aber auch Sicherheit im Umgang mit dem Internet bei den Lehrkräften. Wie soll jemand beispielsweise für die Gefahren einer zu großen Offenheit in Social Networks sensibilisieren, wenn dieser Person selbst jede Erfahrung mit solchen Plattformen fehlt?

Außerdem verweist dieser Artikel auf einen weiteren wichtigen Aspekt im Zusammenhang mit der Mediennutzung in der Schule: Wenn man das Arbeiten mit Computern weiterhin als etwas besonderes, sozusagen als Sahnehäubchen betrachtet oder aufgrund mangelhafter Ausstattung an den Schulen betrachtet werden muss, dann können die Schülerinnen und Schüler nur schwer einen reflektierten und alltäglichen Umgang mit diesem Medium erlernen und werden weiterhin zur Haltung gedrängt: In der Schule machen wir ab und zu was mit Computern – das ist dann Arbeit. Zuhause chatten wir täglich und nutzen den Computer zu unserem Vergnügen. Dabei besteht dann die Gefahr, dass sich die Nutzung in zwei Welten aufteilt.

Thema: Schule | Kommentare (2) | Autor: