Duzen oder Siezen 2.0
Samstag, 13. Juni 2009 10:43
Gabi Reinmann wirft im e-Denkarium die interessante Frage auf, wie man mit Online-Kontakten, die man im “wirklichen” Leben zum Beispiel auf Tagungen etc. trifft verfährt. Spricht man sie weiterhin mit dem vertrauten “Du” aus dem Internet an oder nicht? Ihre Lösung beim “Du” zu bleiben, wenn das Gegenüber es wünscht finde ich sehr nachvollziehbar und sympathisch. Schwieriger wird es dabei wahrscheinlich beim Gegenüber. Traue ich mich dann diese Menschen zu duzen? Oder habe ich dann doch (auf einmal) die Hierarchie-Schranken, die im Internet häufig umgangen werden, wieder im Kopf? Bislang habe ich nur Menschen hinter den Twitternamen getroffen, die, zumindest was das Alter anbelangt, in meiner Liga spielen, so dass ich mir dort keine Gedanken machen brauchte.
Eine andere Frage stelle ich mir gerade noch. Wie verhält es sich mit Seminarteilnehmern? Wenn ich sie generell sieze und mich nach einiger Zeit mit den Online-Kontakten duze entsteht sicherlich auch eine seltsame Situation. Übrigens war es mir selbst im Studium lieber mich mit Professoren etc. die mich noch in irgendeiner Form (Schein, Examensprüfung…) bewerten mussten zu siezen. Ich kann gar nicht sagen warum, sondern das war eher so ein Bauchgefühl.
Dazu kommt auf Tagungen etc. generell die Frage, duze ich gleichaltrige Nachwuchswissenschaftler oder versuche ich es erst mit dem “Sie”? Eigentlich ist das Duzen meine erste Reaktion, dafür bin ich allerdings schon häufiger leicht schräg angeschaut worden.
Thema: Alltag, Dissertation, Uni | Comments | Autor: Christian
Artikel als RSS

