Tagungsbericht Tagung der Gesellschaft für Fachdidaktik (GFD)

Ich möchte die Tradition aufrecht erhalten über Tagungen auf denen ich gewesen bin zu berichten und an dieser Stelle über die Tagung der Gesellschaft für Fachdidaktik (GFD), die ich besucht und auf der ich vortragen durfte, berichten. Die GFD ist  der Dachverband der einzelnen fachdidaktischen Verbände. So gut wie die Idee ist so jung ist die Organisation und damit auch die Tagung. So heterogen wie die teilnehmenden Verbände waren auch die Vorträge von Religions- über Geographie- und Informatikdidaktik war alles dabei. Deutlich wurde, dass Forschungsprojekte überwiegen, die in das Programm und somit auch potentiell in die Förderung der DFG passen. Meist quantitativ ausgerichtet, meist dem Paradigma der Kompetenzorientierung folgend und somit in den Bereich der “Grundlagenforschung” fallend.

Besonders auffällig fand ich, dass Forschung, die in Zeitschriften mit Peer-Review-Verfahren veröffentlicht und angenommen wurde sehr hoch gehängt wurde und die Annahme in solchen Zeitschriften teilweise als Qualitätsurteil oder sogar als Validitäts- und Relevanzmerkmal gesehen wurde. Spontan fiel mir dabei dieser Beitrag (“Why publish science in peer-reviewed journals?”) ein, in dem berichtet wird, dass Peer-Review höchst ineffektiv ist, was zeitliche Ressourcen und das Erkennen wirklich “guter” Forschung ist :”the correlation in perceived “publishability” of a paper between two groups of reviewers is little better than zero”. Die Anregung dieses Artikels zu einer Art Ausleseprozess durch die Community gefällt mir dagegen sehr gut. Auch gut ist der Beitrag von Reinmann, Sippel und Spannagel (2010) (pdf): Peer Review für Forschen und Lernen: Funktionen, Formen, Entwicklungschancen und die Rolle der digitalen Medien

Sehr positiv fand ich, dass auch der wissenschaftliche “Nachwuchs” (andere sprechen von Avantgare ;-) ) die Möglichkeit hatte Studien und Ergebnisse zu präsentieren. Die Diskussionen waren durchweg sehr konstruktiv und wertschätzend. Auch ich habe meine Studie bzw. Teilauswertungen vorgestellt (die Vortragsfolien bei slideshare) und wertvolle Anregungen und Denkanstöße für die Einordnung in die Fachdidaktik erhalten.

Die Tagung war sehr gut organisiert und die Räumlichkeiten der Schleswig-Holsteinischen Landesvertretung waren ein sehr angenehmer Rahmen (inkl. eines sehr guten Caterings). Einzig die Ausstellung zum Wattenmeer und tolle Fotos lenkten ab, da sie Lust auf Sommer und Urlaub machten ;-) Insgesamt also eine Plattform die durchaus ihre Berechtigung hat und dazu beiträgt über den eigenen Tellerrand zu schauen.

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