Trinken im Unterricht wird zur Ernährungskunde

In allen meine Klassen habe ich von Anfang an geklärt,  dass die Schülerinnen und Schüler trinken dürfen. Ich weiß, dass zu diesem Thema einige Kontroversen geführt werden, dennoch denke ich, dass gerade Kinder und Jugendliche lernen sollten ausreichend zu trinken. Wir trinken ja auch in Konferenzen und es scheint niemanden zu stören. Perfide dabei ist allerdings, dass eine groß angelegte Kampagne von der Mineralwasserindustrie bezahlt wurde. Aber was soll’s mich stört es nicht und die Toilettengangfrequenz ist dadurch auch nicht gestiegen. Allerdings soll das Trinken nur dazu dienen ihren Durst zu stillen, dementsprechend sind alle zuckerhaltigen Getränke tabu.

Das führte dazu, dass wir nun häufig zu Beginn der Stunde kleine Ernährungskundeeinheiten dazwischen schieben müssen. Schade, dass die Sechstklässler noch keine Prozentrechnung haben, sonst wäre ihnen noch deutlicher wie hoch der Zuckergehalt in Eistee ist und wie gering gleichzeitig der Fruchtgehalt dieses Getränkes, auf dem ein saftiger Pfirsich abgebildet ist. Ebenso erstaunt waren sie über den Fruchtgehalt des Cola-Limo Mixes (3%) als ich das bildlich an der Tafel darstellte. Dabei geben sich die Kinder (oder ihre Eltern) zunehmend Mühe meinen Wünschen gerecht zu werden. Leider musste ich sie schon wieder enttäuschen und über den Zuckergehalt von Bionade (4,7 Stück Zucker) aufklären. So lehrerhaft wie es jetzt hier klingt ist es gar nicht – die Schülerinnen und Schüler finden es vielmehr spannend und versuchen immer neue Dinge mitzubringen (Smoothies, Fruchtmilch…) und herauszubekommen was drin ist.

Erstaunt hat mich, dass niemand wusste, dass die Angabe der Inhaltsstoffe etwas über die enthaltene Menge aussagt (an erster Stelle steht der Inhaltsstoff, der den größten Anteil des Erzeugnisses hat usw.).

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