Projektmanagement für die Dissertation I
Am Wochenende hab ich mich daran gemacht mal eine Promotion ein bisschen zu planen und bin dabei in diversen Ratgebern auf den Begriff “Projektmanagement” gestoßen. Gehört hab ich den Begriff auch schon während des Studiums häufig. Da habe ich in unterschiedlichen Internet-Klitschen gejobbt und da liefen immer ungeheuer wichtige Projektmanager rum. Aber letztlich ist es gar nicht ungeschickt, das Erstellen einer Diss als ein Projekt zu betrachten. zum Einen muss der lange Zeitraum der Erstellung geplant werden und es sind eine Vielzahl an Einzelaufgaben, die man in der Zeit zu koordinieren hat. In einer kleinen Serie möchte ich hier die Informationen, die ich dazu zusammengetragen habe in eine Form bringen und darstellen, wie ich sie (Unter Nutzung von Web 2.0-Anwendungen) für mich umgesetzt habe.
Zunächst schaute ich mir mal an, was damit gemeint war. Das Wichtigste fasst Helga Knigge-Illner in ihrem Buch“Der Weg zum Doktortitel” ganz plastisch zusammen:
„Das Projekt zu konkretisieren verlangt von ihnen,
- die Ziele der Arbeit zu formulieren und festzulegen,
- die Wege dahin, die Arbeitsschritte zu bestimmen und
- die Kriterien für das Erreichen der Ziele zu definieren.”1
Das erinnerte mich wieder an die Getting-Things-Done (GTD) Prinzipien (ein guter Überblick dazu bei Johannes Kleske), mit denen ich mich früher mal beschäftigt habe. Auch dort wird das Ziel einer Aufgabe festgehalten. Ein Vorteil dabei ist, dass man genau weiß, worauf die Arbeit hinausläuft und welche Schritte dafür zu tun sind.
Ziel ist es also die erforderlichen Arbeitsschritte aufzulisten. Im Projektmanagement-Jargon werden diese großen Zwischenziele häufig auch Milestones, also Meilensteine genannt, was ich einen recht treffenden Begriff finde. Auch das Erreichen solcher Meilensteine (z.B. Literaur zum Thema XY auswerten) besteht meistens aus mehreren Zwischenschritten und vor allem aus Zielen. Knigge-Illner schlägt bei schwer fassbaren Zielen wie dem obigem Beispiel vor, die Ziele zu konkretisieren, indem man sie zum Beispiel folgendermaßen operationalisiert: „drei wesentliche Thesen aus der Literatur zum Thema XY feshalten”. So lässt sich leichter überprüfen, ob diese Ziele auch erreicht worden sind.
Als einen nächsten Schritt für die Planung gilt es die wichtigsten Ziele für das nächste halbe Jahr festzuhalten und die einzelnen Arbeitsschritte zur Zielerreichung zu notieren. Auch hier deckt sich wieder einiges mit dem GTD-Prinzip, wo kein Projekt2 ohne eine „next action” ist. Hier kann auch eine terminliche Festlegung sehr sinnvoll sein. Aus diesen Listen lassen sich dann leicht wöchentliche Aufgabenlisten erstellen.
Ein Vorteil bei diesem Vorgehen ist, dass man nicht das große Ziel von 400-600 Seite, einer großangelegten empirischen Studie und einer Auswertung in SPSS vor sich hat, sondern Einzelschritte, die greifbar und machbar sind.
Vor einer weiteren Planung ist es wichtig sich einen Überblick darüber zu verschaffen, womit man seine tägliche Zeit so verbringt. Für diese Erfassung werde ich in einem nächsten Beitrag ein interessantes Tool vorstellen.
1 Helga Knigge-Illner, Der Weg zum Doktortitel, Frankfurt am Main: Campus Sachbuch, 2004, S. 62.
2 Dort sind Projekte alle Aufgaben mit mehr als einem Schritt, der zur Zielerreichung nötig ist. Vgl. David Allen, Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement für den Alltag
. 3. Auflage, München: Piper, 2007.
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