Dropbox: Immer die richtigen Daten zur Hand

Dropbox ist ein Tool, das mir die Arbeit in der Schule und im Unterricht in letzter Zeit enorm erleichtert hat. Kurz gesagt ist die Dropbox eine Online-Festplatte, die hilft die Dateien zwischen verschiedenen Rechnern zu synchronisieren. Besonders interessant finde ich, dass sie sowohl mit Linux (hauptsächlich Gnome, andere DE sollen über Umwege auch gehen, sogar von der Kommandozeile) als auch mit Mac und Windows funktioniert und angenehm in den vorhandenen Dateimanager integriert wird.

Dropbox unter Linux

Dropbox unter Linux

Nun etwas genauer. Herunterladen kann man die Dropbox auf der Seite getdropbox.com. Dort ist auch ein Video verlinkt, das nochmal genau zeigt, wie die Dropbox funktioniert. Ist das Programm ersteinmal installiert und mit dem jeweiligen Computer verbunden, werden Dateien die man in einem bestimmten Ordner speichert automatisch hochgeladen, wenn sie sich verändert haben. Meldet man sich nun mit einem anderen Computer an, den man ebenfalls mit der Dropbox verbunden hat, so werden die Dateien auch auf diesem aktualisiert. Soweit schon mal sehr praktisch. Ich nutze das so, dass ich alle Dateien, an denen ich im Moment arbeite in der Dropbox habe. So habe ich auf allen Rechnern/ Betriebssystemen immer die aktuelle Version von Arbeitsblättern, Klausuren, Hintergrundinformationen, Mindmaps etc. Kostenlos hat man Platz für 2 GB1.

Zusätzlich zu den Clients, die installiert werden müssen, kann man ein Web-Interface nutzen. Dies hat den Vorteil, dass man an Rechnern, an denen man nur sporadisch arbeitet, (wie bspw. in der Schule) kein Programm installieren muss, aber dennoch Zugriff auf die Dateien hat. Da der Transfer in dem Fall über das Web-Interface läuft, sollte auch in mit einer Firewall abgeschotteten Schul- oder Firmennetzwerken kein Problem auftreten. Vorher habe ich mit USB-Stick gearbeitet, aber den habe ich grundsätzlich zu Hause vergessen, oder nicht mit dem Rechner synchronisiert, sodass sich alte Dateien darauf befanden.

Das Web-Interface

Das Web-Interface

Auch an die Möglichkeit der Zusammenarbeit wurde gedacht, so kann man Ordner mit bestimmten Personen teilen. Diese Personen müssen leider auch bei Dropbox registriert sein – ein Manko, wie ich finde, ich kann doch nicht alle Schüler, Kollegen und Freunde überreden einen bestimmten Dienst zu nutzen, aber das trifft auch auf andere Online-Dienste zu. Wird eine Datei verändert, so wird sie sofort bei allen anderen mit denen man diesen Ordner ebenfalls verändert. Damit lässt sich im Team an bestimmten Projekten und Dateien gemeinsam arbeiten. Das geht zwar auch mit anderen Diensten wo gemeinsam Textdokumente, Mindmaps etc. erstellt werden können, hier aber geht wirklich jedes Dateiformat und es kann mit den eigenen vertrauten Programmen auch offline gearbeitet werden.

Ein weiteres Argument ist für mich, dass durch die Dropbox zusätzlich zur Version auf der Festplatte immer automatisch ein Backup im Internet erstellt wird. So ist man zusätzlich zum häuslichen Backup mehrfach abgesichert. Sogar alte Versionen von Dateien werden online vorgehalten und können wiederhergestellt werden.

Skeptisch kann man sich bei solchen Diensten immer fragen, wie es mit der Datensicherheit steht. Dropbox selbst schreibt schreibt dazu in den FAQ:

How secure is Dropbox?

We take utmost care to ensure Dropbox is secure. All transport of file data and file metadata occurs over SSL. Files are encrypted with AES-256 before being stored on our backend.

Die Daten werden also sowohl verschlüsselt übertragen, als auch gespeichert. Wer ganz besonders sorgfältig sein möchte, kann natürlich die Daten selbst nochmal verschlüsseln. Allerdings sehe ich nicht die Notwendigkeit so sensible Daten dort zu speichern, dass das nötig wäre. Viel mehr Gedanken habe ich mir zunächst darüber gemacht, was passiert, wenn es den Anbieter nicht mehr geben sollte oder er nicht erreichbar ist. Da man ja aber immer noch eine Kopie der Daten auf mindestens einem Rechner in dem entsprechenden Ordner hat, sehe ich hier allerdings keine Gefahr.

Insgesamt ist dies also eine Lösung, die ausgesprochen einfach zu handhaben ist, kaum Aufmerksamkeit durch den Anwender bedarf und dabei hilft, immer die richtigen Dateien zur Hand zu haben.

Eine Alternative zu diesem Dienst ist wua.la, da es ein Java-Programm ist, ist es ebenfalls für alle Plattformen verfügbar. Die Einrichtung ist nicht ganz so trivial, wie die der Dropbox. Wie das für Linux funktioniert findet sich in den FAQ (Stichwort NFS). Ein wichtiger Unterschied ist, dass die Daten ausschließlich im Internet gespeichert werden. Sie sind also wenn man nicht mit dem Netz verbunden ist (z.B. unterwegs mit dem Laptop) nicht erreichbar. Das Prinzip ist auch ein anderes. Die Daten werden nicht zentral gespeichert,  sondern mittels Peer-to-Peer Technik verschlüsselt und mehrfach auf den Rechnern anderer User gespeichert. Im Vordergrund steht weniger das Synchronisieren und Speichern von Dateien als das austauschen mit anderen. Dateien können freigegeben werden und sind dann von allen anderen Nutzern sichtbar und können mit der Software gesucht werden. Man bekommt automatisch 1 GB Speicher, der durch die Freigabe von Platz auf dem eigenen Rechner erweitert werden kann. Detailliertere Informationen zu diesem Dienst finden sich beim Lehrerfreund, bei Stephan Lamprecht oder im googlewatchblog (wobei mir nicht bekannt ist, dass wua.la etwas mit Google am Hut hätte).

Sollte Euch dieser Beitrag so sehr begeistert haben, dass Ihr Euch dort anmelden wollt lohnt es sich über diesen Link zur Dropbox zu tun: Hier anmelden, denn dann bekommt jeder von uns 250 MB mehr Speicherplatz.

1Für $9,99 / Monat oder $99/ Jahr sind auch 50 GB erhältlich

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Autor: Christian
Datum: Donnerstag, 16. Oktober 2008 16:15
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Computer, Schule

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  • Peter: Hängt sicher auch davon ab, was Du Dir da reinlegst... Wie bei allen Online-Anbietern ist jedoch ein gewisses Vertrauen in den Anbieter notwendig, sonst kann man ihn nicht nutzen.
  • Peter M
    Hallo,
    wie sicher ist Dropbox einzustufen in Bezug auf Trojaner usw.?

    Danke
  • Danke für den Supertipp und die ausführliche Besprechung des tools. Es rettet mich vielleicht aus meinem Computerplatzchaos.
  • DropBox ist eine toller Dienst, um unter Kollegen gemeinsam an Projekten zu arbeiten und sich nicht ständig die Daten hin- und herzuschicken.

    Außerdem habe ich so auf die meisten Daten (relevant vor allem die Tafelbilder) direkt mit dem iPhone im Zugriff. Und das alles in einem Verzeichnis, egal ob mobil, zu Hause oder in der Schule.
  • @Hokey wenn ich das richtig sehe reicht es die Software unter Gnome mit Nautilus zu installieren und zu registrieren und dann unter kde den daemon mittels .dropbox-dist/dropboxd händisch zu starten (oder in den Autostart zu packen). Dann läuft auch alles automatisch nur halt ohne graphische Rückmeldung.
  • Danke für den Hinweis, ich werd's mir gleich einmal anschauen...

    Hrmpf. So wie's ausschaut, kann man Dropbox unter Linux nur mit Nautilus benutzen? :-(
  • saarlodri
    Wuala hatte ich schon einmal getestet, aber mir gefiel dieser Dienst nicht wirklich. Zudem hatte er immer Geschwindigkeitsprobleme, so dass bei mir immer wieder die Verbindung unterbrochen wurde.

    Nach deinem Artikel werde ich jetzt auch einmal Dropbox testen. Danke für den Artikel!
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